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Gemeinsam – Praktisch – Gut zum Zweiten
30.11.2012

Lehrer und Unternehmer tauschen sich in Niesky aus

Das Regionale Übergangsmanagement des Landkreises Görlitz lud am 29. November unter dem Titel „Gemeinsam – Praktisch – Gut“ zum zweiten Mal zu einem ungezwungenen Abend zwischen Schule und Wirtschaft ins Bürgerhaus nach Niesky. Trotz Winterwetter kamen circa 120 Akteure und nutzten die Möglichkeit, sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen, kennenzulernen und Ideen zu entwickeln. Sabine Schaffer, Projektleiterin des Regionalen Übergangsmanagements des Landkreises hat mit ihrem Team diese Veranstaltung vorbereitet: „Schule und Wirtschaft wissen häufig zu wenig voneinander. Dazu kommt, dass im Alltagsgeschäft häufig die Zeit fehlt, um ins Gespräch zu kommen. Deshalb haben wir uns ganz bewusst für diese Form der Veranstaltung entschieden. Wir verzichten auf einen offiziellen Teil mit Reden und Vorträgen. Uns ist wichtig, dass die Akteure Zeit für Gespräche haben. Nur so baut sich Vertrauen auf, auf dem neue Ideen für eine praxisorientierte Berufsorientierung wachsen können.“

Den ertv-Bericht gibt's hier.

Bingo mit dem Landrat

von Carla Mattern

Bei dem Spiel sollen sich Unternehmer und Lehrer in Niesky näher kommen. Ziel: mehr junge Leute in der Oberlausitz. Einen Frühaufsteher hat Kristin Söll bereits gefunden. Jetzt sucht sie jemanden, der in diesem Jahr nicht alle seine Ausbildungsplätze besetzen konnte. Sie schaut sich um im großen Saal des Nieskyer Bürgerhauses. Die meisten Gesichter kennt sie. Die Geschäftsführerin des Sondermaschinenbauers SKM aus Boxberg/O.L. geht gezielt auf einen Unternehmer zu. Da ist die Chance gut, auch für eines der letzten Kästchen
einen passenden Namen zu finden.

Kennenlern-Bingo haben die Gastgeber vom Regionalen Übergangsmanagement des Landkreises Görlitz das Spiel genannt. Es sorgt am Donnerstagabend tatsächlich für viel Bewegung unter den etwa 110 Lehrern und Schulleitern aus dem Landkreis. 25 Kästchen mit verschiedenen Fragestellungen wie unter anderem: nutzt Facebook oder Xing zum Netzwerken, liebt die selbe Musik, hat genauso viele Kinder, nimmt an der Ausbildungsmesse INSIDERTREFF im Mai 2013 teil, sind auszufüllen. Neben Gesprächen und Begegnungen, auch mit nicht so Bekannten, locken sogar drei Preise. Hier wird Bingo nicht gerufen, hier kommt der Bingo-Zettel in eine Losbox.

Das große Los ziehen an diesem Abend irgendwie alle. Selbst die, die sich auf das Spiel nicht einlassen wollen. Denn neben lockerem Kennenlernen, einem gesprächsbereiten Landrat ohne den üblichen Zeitdruck und einem leckeren Bürgerhaus-Abendbrot kommen sie ihrem Ziel gemeinsam ein Stück näher. Unternehmer und Lehrer wollen erreichen, dass junge Leute der Oberlausitz nicht den Rücken kehren. Dass sie hierbleiben, weil sie hier ausgebildet und danach auch beschäftigt werden.

Kristin Söll nimmt sich viel Zeit, um jungen Leuten die Möglichkeiten bei dem Kringelsdorfer 60-Mann-Unternehmen vorzustellen. SKM war bei der Ausbildungsbörse der Arbeitsagentur an der Mittelschule in Krauschwitz dabei, beim Speeddating von Vattenfall, bei der Informationsveranstaltung am Schweren Berg in Weißwasser/O.L. Und SKM stellt sich im INSIDER vor. Zum zweiten Mal ist der Ausbildungsatlas in diesem Jahr gedruckt worden. 115 Unternehmen aus dem Landkreis stellen darin insgesamt 150 Ausbildungsberufe vor. Der Atlas werde auch "Lehrbuch der Berufsorientierung" genannt, sagt Sabine Schaffer vom Regionalen Übergangsmanagement. 46 Firmen mehr als im vergangenen Jahr sind dabei. Der Ausbildungsatlas wird an Schulen, Berufsschulen, Gymnasien verteilt. Und rege genutzt, weiß Kristin Söll. „Der kommt super an und wird wirklich an die jungen Leute weitergegeben“, hat die Geschäftsführerin beobachtet. SKM will nicht nur die Ausbildungsplätze besetzen. „Wir wollen gerne Azubis von hier“, sagt Kristin Söll. Gerade hat ein junger Boxberger angefangen. Mitarbeiter Denny Schur hat bei SKM gelernt, besucht jetzt die Meisterschule. „Jeder, der bei uns lernt, kann auch bleiben“, sagt Söll.

„Bleiben“ und „junge Leute“. Die Worte fallen in vielen Sätzen. Auch Landrat Bernd Lange spricht das an. „Wenn junge Leute zur Ausbildung weggehen, kommen die meisten nicht mehr zurück. Die Welt ist bunt“, sagt er. Dresden sei eine Art Bermudadreieck in dieser Hinsicht. Deshalb will Lange möglichst erreichen, dass viele Berufe hier ausgebildet werden, auch in Absprache mit dem Nachbarkreis Bautzen. Am 25. Mai 2013 wird es in der Löbauer Messe- und Veranstaltungshalle dazu eine neu konzipierte Ausbildungsmesse geben. Kristin Söll hat SKM bereits angemeldet.

Trotz des Winterwetters an diesem Abend war der Saal im Bürgerhaus in Niesky gut gefüllt…

Landrat Bernd Lange im Gespräch mit Arne Myckert (Geschäftsführer WBG Görlitz)

Beim Kennenlern-Bingo hatten die Anwesenden sichtlich Spaß.