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„Zukunft Görlitz“ will Brücken in Ausbildung bauen
25.01.2011

Beitrag „Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Görlitz“ für Landkreis Journal

Landkreis etabliert ein Regionales Übergangsmanagement im Rahmen des Bundesprogramms „Perspektive Berufsabschluss“

Der Landkreis Görlitz baut bis zum Sommer 2013 ein „Regionales Übergangsmanagement“ auf. Damit sollen die Übergänge von der Schule in die Berufsausbildung verbessert werden. Das Projekt trägt den Titel „Zukunft Görlitz“ und wird im Rahmen des Bundesprogramms „Perspektive Berufsabschluss“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds finanziert.

Am 16. Dezember diskutierte die einberufene Strategische Steuergruppe mit Landrat Bernd Lange an der Spitze über die notwendigen Schritte. Das Gremium fungiert als fachlicher Beirat und besteht aus Vertretern von Wirtschaft und Kammern, Bildung und Wissenschaft, Politik und Verwaltung, Behörden sowie der Elternschaft. Landrat Lange wünscht sich abrechenbare Ergebnisse vom neuen Projekt: “Wir müssen unsere Betriebe bei der Fachkräftesicherung unterstützen. Das Regionale Übergangsmanagement kann die Ausbildungsabbrüche durch eine frühzeitige Berufsorientierung senken. Und es kann unsere Potenziale besser sichtbar machen, damit möglichst viele junge Menschen hier eine Ausbildung beginnen und Lehrstellen nicht unbesetzt bleiben.“

Ralf Zschau vom Projektteam „Zukunft Görlitz“ erläuterte die entsprechende Strategie. In einem ersten Schritt werden 2011 umfangreiche Bestandsaufnahmen zum Fachkräftebedarf  in Unternehmen, zur Berufsorientierung in den Schulen sowie zu Übergangsmaßnahmen bei Trägern durchgeführt. Parallel erfolgt eine Schülerbefragung, die Aufschlüsse zu Berufswünschen, eigenen Perspektiven und den Bedarf an individueller Unterstützung geben soll. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme werden in Handreichungen zusammengestellt. Insbesondere die Systematisierung bestehender regionaler Angebote  und Beispiele guter Praxis sollen Lehrer, Ausbilder, Sozialpädagogen, Eltern, Schüler und weitere Akteure unterstützen.

Angesichts der niedrigen Schulabgängerzahlen und der unbesetzten betrieblichen Lehrstellen arbeitet das Regionale Übergangsmanagement nach der Devise „duale Ausbildung muss Vorfahrt haben“. Die Strategische Steuergruppe, zu der auch Vertreter der Arbeitsagentur, der Arge und des Fachdienstes für Beschäftigung gehören, unterstützt dieses Projektziel. „Erst wenn der letzte Versuch scheitert, eine betriebliche Ausbildung zu beginnen, sollten Übergangsmaßnahmen oder außerbetriebliche Ausbildungen in Angriff genommen werden.  Wenn vorbereitende Maßnahmen notwendig werden, sollten sie mit einem hohen betrieblichen Anteil versehen sein. Nur so entsteht Verständnis für wirtschaftliche Abläufe und bekommen Jugendliche eine echte Berufsperspektive“, sagte Ralf Zschau.

Ebenfalls ganz oben auf der Agenda steht eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit, um die beruflichen Perspektiven im Landkreis Görlitz zu zeigen. Zentrales Instrument wird ein Ausbildungsatlas sein. Beginnend mit dem Schuljahr 2011 erhalten alle Schüler der Abgangsklassen dieses jährlich erscheinende Buch. Das hochwertige Produkt bietet einen Überblick über Ausbildungs- und Karrierechancen im Landkreis Görlitz. Die Ausbildungsbetriebe stellen Angebote, Anforderungen und Besonderheiten ihres Unternehmens vor. Der Ausbildungsatlas dient als Arbeitsmaterial für den Unterricht und den privaten Gebrauch. Neben den Jugendlichen unterstützt es vor allem Lehrer und Eltern bei der Orientierung. Die Resonanz bei den regionalen Unternehmen ist nach ersten Gesprächen hervorragend. Ralf Zschau: „Auf ein solches Instrument, das passgenau bei der Zielgruppe ankommt, scheint die Wirtschaft gewartet zu haben.“

Nächster Höhepunkt des Regionalen Übergangsmanagements im Landkreis wird eine Fachtagung am 28. Januar 2011 sein. Sie dient als offizieller Startschuss für alle Akteure, die an der Schwelle Schule-Berufsleben agieren. Neben einer Vorstellung des Projektes „Zukunft Görlitz“ werden Praxisbeispiele aus anderen Regionen vorgestellt, so zum Beispiel aus Leipzig und Schwerin. Eingebettet ist die Fachtagung in die 3. Zukunftskonferenz, die vom JOBSTARTER-Projekt „Ausbildungsagentur Passgenau“ des Lausitz Matrix e.V. im Berufsschulzentrum Görlitz durchgeführt wird. Dazu werden rund 650 Schüler der 9. bis 11. Klassen aus dem gesamten Landkreis erwartet, die sich einen praxisnahen Überblick über 50 verschiedene Berufsbilder verschaffen können.